Probenrückverfolgbarkeit
Die Rückverfolgbarkeit von Proben bedeutet, dass die vollständige Historie einer Laborprobe dokumentiert nachverfolgt werden kann - von der Entnahme und Kennzeichnung über Lagerung und Analyse bis zur Entsorgung. So lassen sich Testergebnisse eindeutig der konkret geprüften Charge zuordnen.
Auch genannt: Rückverfolgbarkeit von Proben, Probenverfolgbarkeit, sample traceability
Die Rückverfolgbarkeit von Proben (Sample Traceability) ist der lückenlose, dokumentierte Nachweis, dass die Historie, Handhabung und Messung einer Probe zur geprüften Charge gehören. Sie stützt die Vertrauenswürdigkeit eines Analysezertifikats (CoA), weil sie zeigt, dass die Ergebnisse von genau dieser Probe stammen und nicht durch Verwechslung, Kontamination, ungültige Daten oder Manipulation verfälscht wurden. Wenn Du ein CoA prüfst, ist sie ein zentraler Beleg für die Verlässlichkeit des Berichts.
Die Rückverfolgbarkeit von Proben beruht auf drei Ebenen
- Physische Nachweiskette (Chain of Custody): Sie dokumentiert beteiligte Personen, Übergaben und Lagerbedingungen, damit Proben nicht vertauscht oder beim Transport und bei der Aufbewahrung kontaminiert werden.
- Digitale Datenintegrität: Sie schützt elektronische Dateien von den Rohdaten des Messgeräts bis zur Auswertung vor nicht dokumentierten Änderungen und erhält so die Gültigkeit der Daten.
- Messtechnische Rückführbarkeit: Sie verbindet Labormessungen mit anerkannten Referenzstandards, damit unerklärte oder unregelmäßige Fehler erkannt werden; für akkreditierte Labore schreibt ISO/IEC 17025 hierfür strenge Rückverfolgbarkeit vor.
Rückverfolgbarkeit von Proben unterscheidet sich von verwandten Begriffen
Rückverfolgbarkeit von Proben wird oft mit Probenverfolgung oder Nachweiskette gleichgesetzt, doch diese Begriffe sind enger. Probenverfolgung zeigt nur, wo eine Probe gerade ist. Die Nachweiskette dokumentiert den Besitz der physischen Probe, prüft aber nicht die Echtheit der digitalen Messdaten. Messtechnische Rückführbarkeit bestätigt die Anbindung an Standards, garantiert allein jedoch nicht, dass die richtige Probe im Messgerät war. Für ein CoA zählt deshalb das Zusammenspiel aller Ebenen: Standort und Besitz, unveränderte Daten und eine nachvollziehbare Messung.
Quellen
- Chain of Custody - StatPearls - NCBI Bookshelf
- Complying with the resource requirements of ISO/IEC 17025:2017 in Indonesian calibration and testing laboratories: current challenges and future directions
- Annex 4
- Irregular analytical errors in diagnostic testing - a novel concept
- What Is Chain of Custody In The Lab? | LabKey
- [PDF] LABORATORY CHAIN OF CUSTODY - WADA
- Metrological Traceability in Chemical Measurement
- Traceability in Reference Materials: Why It Matters
- Sample Traceability in Toxicology
- ISO 17025 Sampling Requirements RJ Quality Consulting
- COAs & Testing (How to Read a COA) - Luxury Peptides
- Traceability and chain of custody - ProTerra Foundation
- What is the difference between traceability and chain ...
- Why is it important to trace a sample back to its source
- Evidence Chain-of-Custody Best Practices - Lab Manager
- Traceability in Chemical Measurement
- Measurement Traceability: Complying with ISO 17025 Requirements
- ISO 17025 Laboratory Accreditation | V5 Traceability