HACCP
HACCP (Gefahrenanalyse und kritische Kontrollpunkte) ist ein präventives Managementsystem für die Lebensmittelsicherheit. Es ist kein analytischer Labortest. HACCP dient dazu, biologische, chemische und physikalische Gefahren während der Lebensmittelproduktion zu erkennen und zu kontrollieren. Es misst nicht die Reinheit oder Identität eines Peptids oder einer Forschungschemikalie.
Auch genannt: HACCP-Konzept, Gefährdungsanalyse und kritische Kontrollpunkte, Hazard Analysis and Critical Control Points
HACCP ist ein systematisches, wissenschaftsbasiertes Managementkonzept für Lebensmittelsicherheit, das auf einem prozessorientierten und vorbeugenden Ansatz basiert. Das System steuert die gesamte Produktionslinie präventiv, anstatt lediglich fertige Produkte zu testen. Ursprünglich in den 1960er-Jahren für das NASA-Programm zur Weltraumnahrung entwickelt, definiert die FDA HACCP heute als Methode zur Analyse und Kontrolle von Gefahren von der Rohstoffproduktion bis zum Verzehr.
Die sieben Grundsätze von HACCP
- Durchführung einer Gefahrenanalyse
- Bestimmung der kritischen Kontrollpunkte (CCPs)
- Festlegung von kritischen Grenzwerten
- Einrichtung von Überwachungsverfahren
- Definition von Korrekturmaßnahmen
- Überprüfung der Systemfunktionalität (Verifizierung)
- Aufrechterhaltung der Dokumentation
HACCP-Aussagen zu Forschungspeptiden beziehen sich auf Prozesskontrollen der Produktionsstätte
HACCP-Angaben zu Forschungspeptiden beziehen sich ausschließlich auf die Lebensmittelsicherheit und die prozessualen Kontrollen der Produktionsstätte. Ein Hinweis auf HACCP-Konformität bestätigt keine chemische Identität, Reinheit oder spezifische Eignung als Forschungsreagenz. Das Konzept trifft keine Aussagen über die Molekülmasse, Restlösungsmittel oder Schwermetalle des jeweiligen Peptids.
Aussagekräftige Qualitätsnachweise für Peptide werden durch analytische Methoden wie HPLC und Massenspektrometrie im Rahmen von Systemen wie GMP (Gute Herstellungspraxis) erbracht. Ein Analysezertifikat (COA) sollte HPLC-Reinheitsdaten und eine Identitätsbestätigung per Massenspektrometrie enthalten, was durch HACCP nicht ersetzt wird. Während HACCP prozessorientiert arbeitet, verlangt GMP explizite analytische Tests der fertigen Produkte.
HACCP ist zudem abzugrenzen von GLP (Gute Laborpraxis), das nichtklinische Sicherheitsstudien abdeckt, sowie von HARPC. Letzteres ist ein Nachfolgekonzept der FDA im Rahmen des Food Safety Modernization Act, das über die klassischen HACCP-Ansätze hinausgeht.
Quellen
- HACCP Principles & Application Guidelines
- GMP vs. GLP in Laboratory Testing & Validation
- Hazard Analysis Critical Control Point (HACCP)
- Regulatory Guidelines for the Analysis of Therapeutic Peptides and ...
- Reference Standards to Support Quality of Synthetic Peptide Therapeutics - PMC
- HPLC Analysis and Purification of Peptides - PMC
- HARPC vs. HACCP: What Changed Under FSMA | The FDA Expert
- The hazard analysis and critical control point system in food safety - PubMed
- Annex 1 WHO good practices for pharmaceutical quality control laboratories
- HAZARD ANALYSIS AND CRITICAL CONTROL POINT (HACCP) SYSTEM AND GUIDELINES FOR ITS APPLICATION
- HPLC vs Mass Spectrometry for Peptide Purity Testing
- [PDF] Quality control in peptide manufacturing: specifications for GMP ...
- Key Considerations for GMP Compliance in Peptide Drug ...
- HACCP Compliance for Food-Grade Chemicals - Allan Chemical Corporation | allanchem.com
- GMP vs HACCP - Difference and Comparison | Diffen
- GMP, GLP or ISO 17025:
- HAZARD ANALYSIS AND CRITICAL CONTROL POINT (HACCP) SYSTEM AND GUIDELINES FOR ITS APPLICATION