Peptidetesting

Zurück zum Glossar

Analytik

Massenspektrometrie

Massenspektrometrie (MS) ist eine analytische Technik, die Moleküle anhand ihres Masse-zu-Ladung-Verhältnisses identifiziert. Bei der Prüfung von Peptiden und Forschungschemikalien bestätigt sie die Identität und beantwortet damit die Frage: „Was ist dieses Molekül?“ Die Reinheit bewertet sie dabei nicht.

Auch genannt: Massenspektroskopie, mass spectrometry, MS, mass spec, MALDI-TOF/TOF, ESI, APCI, mass spectrometer, high-resolution mass spectrometry, tandem mass spectrometry, quadrupole time-of-flight mass spectrometry, orbitrap mass spectrometry, electrospray ionization mass spectrometry

Massenspektrometrie (MS) ist ein analytisches Testverfahren, das die Identität einer chemischen Verbindung durch Messen der Ionenmasse bestimmt. Die beobachtete Masse wird mit der theoretisch erwarteten Masse der Substanz abgeglichen. Bei Peptiden wird häufig Elektrospray-Ionisation (ESI) genutzt, um Moleküle für die Analyse aufzuladen, ohne deren Struktur zu zerstören.

Massenspektrometrie funktioniert in drei Schritten

  1. Die Probe wird in geladene Teilchen, sogenannte Ionen, umgewandelt.
  2. Elektrische oder magnetische Felder trennen diese Ionen nach ihrem Masse-zu-Ladung-Verhältnis (m/z).
  3. Ein Detektor registriert die Teilchen und erzeugt daraus ein Massenspektrum.

MS und HPLC beantworten unterschiedliche Fragen

Massenspektrometrie (MS) und Hochleistungsflüssigkeitschromatographie (HPLC) beantworten beim Testen von Peptiden und Forschungschemikalien verschiedene Fragen. MS klärt die Identität: „Was ist es?“ HPLC ermittelt separat den Reinheitsgrad: „Wie rein ist es?“ Beide Verfahren ergänzen sich und sind für eine vollständige Verifizierung nicht austauschbar.

Für Dich ist das beim Lesen eines Laborberichts wichtig: Eine Probe kann laut HPLC 99% Reinheit haben, aber dennoch die falsche Verbindung sein, weil HPLC Stoffe mit ähnlichem chromatografischem Verhalten oft nicht unterscheiden kann. Umgekehrt beweist eine korrekte Masse im MS-Befund nicht, dass die Probe überwiegend aus dieser Verbindung besteht. Eine andere Verunreinigung könnte den Hauptanteil ausmachen, ohne die MS-Messung der Zielsubstanz zu beeinflussen.

„Getestet mit HPLC und Massenspektrometrie“ ist daher keine bloße doppelte Absicherung. Beide Methoden decken unterschiedliche Risiken ab. Angaben wie „Reinheit per MS“ beruhen meist auf relativer Ionenintensität und sind weniger aussagekräftig als der HPLC-Flächenprozentwert. Weder MS noch HPLC weisen Gefahren wie bakterielle Endotoxine nach.

Quellen

  1. A Researcher's Guide to Mass Spectrometry-Based Proteomics - PMC
  2. Protein Mass Spectrometry Made Simple
  3. Limitations of mass spectrometry-based peptidomic approaches
  4. Multi-omics integration analysis: Tools and applications in environmental toxicology
  5. Population Pharmacokinetics of Teicoplanin in Preterm and Term Neonates: Is It Time for a New Dosing Regimen?
  6. Longitudinal isotope ratio variations in human hair and nails
  7. Shared reference materials harmonize lipidomics across MS-based detection platforms and laboratories
  8. Irregular analytical errors in diagnostic testing - a novel concept
  9. HPLC vs Mass Spectrometry for Peptide Purity Testing: An Analytical Methods Guide
  10. Peptide Testing: HPLC & Mass Spec Purity Guide | Apex
  11. HPLC and Mass Spectrometry for Peptide Validation
  12. Peptide Mapping for Sequence Confirmation of Therapeutic Proteins and Recombinant Vaccine Antigens by High-Resolution Mass Spectrometry: Software Limitations, Pitfalls, and Lessons Learned
  13. Mass spectrometry - Wikipedia
  14. HPLC vs Mass Spectrometry: Koi Peptide Testing Explained
  15. HPLC vs LC-MS in Peptide Verification
  16. Synthetic Peptide Characterization and Impurity Profiling Using a Compliance-Ready LC-HRMS Workflow
  17. HPLC vs Mass Spectrometry: Two Different Questions in Peptide Verification
  18. HPLC Vs Mass Spectrometry for Peptide Purity Testing