Multi-Reaktions-Monitoring
MRM (Multiple Reaction Monitoring) ist ein gezieltes Verfahren der Massenspektrometrie. Es bestätigt, ob ein bestimmtes bekanntes Molekül in einer Probe vorhanden ist, und misst, wie viel davon enthalten ist. Dafür nutzt MRM zwei Stufen der Massenfilterung, um eine hohe Spezifität zu erreichen.
Auch genannt: Mehrfach-Reaktions-Monitoring, MRM, Multiple Reaction Monitoring, SRM, Selected Reaction Monitoring
MRM (Multiple Reaction Monitoring) ist ein zielgerichteter Scanmodus der Tandem-Massenspektrometrie (MS/MS) auf Triple-Quadrupol-Geräten, mit dem das Labor eine bestimmte bekannte Substanz bestätigt und ihre Konzentration misst. Die Methode wird auch als SRM (Selected Reaction Monitoring) bezeichnet; beide Begriffe werden austauschbar verwendet. Auf einem Laborbericht oder Analysezertifikat zeigt der Hinweis auf MRM, dass eine gezielte, robuste Nachweismethode für eine konkret benannte Substanz eingesetzt wurde.
MRM wird häufig zur Quantifizierung von Peptiden, Proteinen, Arzneistoffen, Hormonen und Umweltgiften eingesetzt, oft in Kombination mit Flüssigchromatographie (LC-MS/MS).
MRM gewinnt Spezifität durch zwei Massenfilter
MRM gewinnt seine Spezifität durch zwei nacheinander geschaltete Massenfilter. Dadurch ist das Signal deutlich spezifischer als bei einstufiger Massenspektrometrie. Das hilft sicherzustellen, dass die Messung tatsächlich von der beabsichtigten Substanz stammt und nicht von ähnlichen Verbindungen oder Hintergrundrauschen.
Das Paar aus Vorläufermolekül und Fragment wird als "MRM-Transition" bezeichnet. MRM ist eine zielgerichtete Methode: Das Labor muss die Masse des Moleküls und sein Fragmentierungsverhalten bereits kennen, bevor der Test durchgeführt wird.
- Der erste Massenfilter (Q1) wählt anhand der Masse nur das Zielmolekül aus.
- Eine Kollisionszelle (Q2) zerlegt dieses Molekül in Fragmente.
- Ein zweiter Massenfilter (Q3) wählt ein bestimmtes Fragment für die Detektion aus.
MRM hat klare Grenzen
MRM ist kein allgemeines Reinheits-Screening. Die Methode erkennt ausschließlich Substanzen, auf die sie gezielt programmiert wurde - alles andere bleibt unsichtbar. Ein Wert für "% Reinheit" stammt in der Regel nicht allein aus MRM; eine umfassende Reinheitscharakterisierung erfordert zusätzliche, voneinander unabhängige Methoden.
Zum Aufdecken unbekannter Verunreinigungen ist ungezieltes LC-HRMS besser geeignet.
Quellen
- Multiple Reaction Monitoring-based, Multiplexed, Absolute Quantitation of 45 Proteins in Human Plasma
- MRM-based LC-MS method for accurate C-peptide quantitation
- Methods for Peptide and Protein Quantitation by Liquid Chromatography-Multiple Reaction Monitoring Mass Spectrometry - PMC
- An Introduction to Advanced Targeted Acquisition Methods
- Automated Detection of Inaccurate and Imprecise Transitions in Peptide Quantification by Multiple Reaction Monitoring Mass Spectrometry - PMC
- [PDF] M10 BIOANALYTICAL METHOD VALIDATION AND STUDY ... - FDA
- Quantitative analysis of peptides and proteins in biomedicine by targeted mass spectrometry
- Identification and accurate quantification of structurally related peptide impurities in synthetic human C-peptide by liquid chromatography-high resolution mass spectrometry - PubMed
- Bioanalytical Method Validation - Guidance for Industry
- Current Role and Potential of Triple Quadrupole Mass Spectrometry in Biomedical Research and Clinical Applications - PMC
- Targeted Quantitation of Proteins by Mass Spectrometry - PMC
- Parallel Reaction Monitoring: A Targeted Experiment Performed Using High Resolution and High Mass Accuracy Mass Spectrometry
- Multiple and Selective Reaction Monitoring Using Triple ...
- Liquid Chromatography-High Resolution Mass Spectrometry for Peptide Drug Quality Control - PMC
- Advancing the sensitivity of selected reaction monitoring-based targeted quantitative proteomics
- Basic design of MRM assays for peptide quantification - PubMed
- LC-MS/MS for protein and peptide quantification in clinical chemistry - PubMed
- Large-Scale Interlaboratory Study to Develop, Analytically Validate and Apply Highly Multiplexed, Quantitative Peptide Assays to Measure Cancer-Relevant Proteins in Plasma